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Die Frage wird uns im lutherischen Dänemark häufig gestellt. Zur Beantwortung muß man ein wenig in der Geschichte zurückgehen: Anfang des 16. Jahrhunderts herrschen in Europa unruhige Zeiten. An vielen Orten wird versucht, die katholische Kirche zu reformieren, theologische Fragen neu abzuklären. Eine der bekanntesten Figuren dieser Zeit ist Luther, dessen Gedanken sich viele deutsche Landesfürsten (und später auch viele Länder im Ausland) anschließen: Es enstehen evangelische - lutherische - Landeskirchen. Aber Luther ist nicht der einzige Reformator. Da gibt es z.B. auch Johannes Calvin und Ulrich Zwingli in der Schweiz. Diese beiden gehen noch über Luther hinaus: Die Verkündigung des Wortes Gottes ist das wichtigste in der Kirche, und das muß man auch sehen und spüren können. Das Endergebnis kann man in unserer Kirche sehen: Eine zentral angebrachte Kanzel, der Kirchenraum in Längsachse orientiert (also keine sakralen Räume, die einen vor Ehrfurcht erschauern lassen), die Bänke wie in einem Hörsaal angeordnet. Und da in der mit ihnen entstehenden Kirche (sie ahnen es schon: die Reformierte Kirche) das zweite Gebot (Bilderverbot) aus dem Alten Testament sehr ernst genommen wird, findet man hier auch keine Bilder, keinen Altar, kein Kreuz, hier werden keine "Götzen" angebetet.

Also: Die Reformierten (auch: Hugenotten, Calvinisten) sind eine besondere Form des Protestantismus, der sich zunächst von der Schweiz, über Frankreich, Holland, und Deutschland ausbreitete und heute in vielen Ländern der Erde zu finden ist. So feiert z.B. eine korenanisch reformierte Gemeinde hier in dieser Kirche jeden Sonntagnachmittag Gottesdienst. In Deutschland gehören wir zu den "ganz normalen Landeskirchen", hier in Dänemark haben wir den Status einer anerkannten Freikirche.

Der Katechismus der Reformierten Kirchen ist der Heidelberger Katechismus.